Extensive Wiese

o Extensive Wiesen beherbergen eine hohe Pflanzenvielfalt. Durch reduzierte Düngung und eine ein- bis zweimalige Mahd fördert man diesen artenreichen Pflanzenbestand, von dem wieder zahlreiche Insekten und andere Tierarten, wie die Feldvögel, profitieren.
o Bodenbrüter haben durch die geringere Mähhäufigkeit größere Fortpflanzungschancen, Vögel und Säuger finden eine bessere Deckung vor.
o Insbesondere ertragsschwächere, „mittlere“ Standorte eignen sich zur Extensivierung, jedoch kann auch intensiv bewirtschaftetes und artenarmes Grünland aufgewertet werden. Hier bietet sich die Möglichkeit, durch langfristige Aushagerung, Mahdgutübertragung bzw. (stellenweise) Einsaat von zertifiziertem Regiosaatgut die Artenvielfalt zu erhöhen.
o Der günstigste Mahdtermin hängt von den Schutzzielen, dem Entwicklungszustand der Fläche, der benötigten Futterqualität und natürlich der Witterung ab.
o Die erste Mahd sollte aber frühestens Ende Mai erfolgen. Durch eine späte Mahd kommen mehr Pflanzen zur Samenreife und die Artenvielfalt kann gesteigert werden.
o Keine Pflanzenschutzmittel, maximal punktuell gegen Problempflanzen.
o Eine Staffelmahd trägt zusätzlich zur Erhöhung der Artenvielfalt bei. Insekten und andere Tiere finden dort einen Rückzugsraum, gleichzeitig dient die Fläche als Reservoir für Pflanzen, eine Vielzahl an Blütenpflanzen kommt dort zur Samenreife und kann die übrigen Flächen erobern.
o Der Mähzeitpunkt, die Häufigkeit des Mähens und die Art des Mähwerks beeinflussen die Zusammensetzung der Tier- und Pflanzenarten auf einer Wiese stark.
o Ein zu früher, zu häufiger und auch ein zu kurzer Schnitt der Wiesen führt zu einer starken Verarmung der Pflanzenvielfalt, da nur wenige Pflanzen unter diesen Bedingungen wachsen und sich reproduzieren können. Langfristig werden so viele Blütenpflanzen verdrängt und Gräser dominieren. Dadurch werden auch die Entwicklungszyklen vieler Insekten unterbrochen und Bestäuber finden keine Nahrung. Als Basis des Nahrungsnetzes spielen die Insekten aber auch für viele andere Arten eine wesentliche Rolle.
o Eine Mahd während der Brutzeit schädigt die Gelege von Bodenbrütern, wie vom z.B. Schwarzkelchen. Spätere Mahdtermine sollten daher bevorzugt werden, auch um Blüten das Aussamen zu ermöglichen (Erhöhung der Artenvielfalt).
o Blütenreiche Wiesen sollten zum Schutz der Bestäuber möglichst bei bedecktem Himmel und niedrigen Temperaturen gemäht werden.
o Der häufige Schnitt und direkte Abtransport zur Silageproduktion schädigt viele Kleinlebewesen. Es sollte maximal ein- bis zweimal jährlich gemäht werden, die Zeit der Trocknung zur Heugewinnung ermöglicht den Kleinlebewesen die Flucht.
o Zur Ausmagerung der Flächen sollte das Mähgut von der Fläche entfernt werden.
o Bei großen Schlägen kann von innen nach außen gemäht werden, um Wildtieren die Flucht zu ermöglichen.
o Die Maßnahme ist im Rahmen der EULLa-Programmteile

„EULLa Vertragsnaturschutz Grünland – Mähwiesen und Weiden“,

„EULLa Vertragsnaturschutz Grünland – Artenreiches Grünland“,

„EULLa Vertragsnaturschutz Grünland – Kennarten – Artenreiches Grünland bzw. Mähwiesen und Weiden“,

„EULLa Vertragsnaturschutz Grünland – Umwandlung von Ackerland in artenreiches Grünland“

„EULLa Grünlandbewirtschaftung in den Talauen der Südpfalz“,

“EULLa Umwandlung einzelner Ackerflächen in Grünland“ und

„EULLa Umweltschonende Grünlandbewirtschaftung und tiergerechte Haltung auf Grünland“

förderfähig.

Die zusätzlichen Vorgaben und die Prämien, können den einzelnen EULLa Programmen (siehe unten) entnommen werden:
o https://www.eler-eulle.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/da1f91b5ed653b32c12581ee0045a570/efb639240751bcb9c12584190024b8b5/$FILE/Gruenland-Streuobst_2019.pdf
o https://www.eler-eulle.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/da1f91b5ed653b32c12581ee0045a570/efb639240751bcb9c12584190024b8b5/$FILE/EULLA%20I_2019.pdf
o https://www.eler-eulle.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/da1f91b5ed653b32c12581ee0045a570/efb639240751bcb9c12584190024b8b5/$FILE/EULLA%20II_2019.pdf
o https://www.agrarumwelt.rlp.de/Agrarumwelt/Agrarumweltprogramm-EULLa/Grundsaetze/VertragsnaturschutzGruenland-MaehwiesenundWeiden
o https://www.agrarumwelt.rlp.de/Agrarumwelt/Agrarumweltprogramm-EULLa/Grundsaetze/VertragsnaturschutzGruenland-ArtenreichesGruenland
o https://www.agrarumwelt.rlp.de/Agrarumwelt/Agrarumweltprogramm-EULLa/Grundsaetze/VertragsnaturschutzKennarten
o https://www.agrarumwelt.rlp.de/Agrarumwelt/Agrarumweltprogramm-EULLa/Grundsaetze/VertragsnaturschutzGruenland-UmwandlungvonAckerlandinartenreichesGruenland
o https://www.agrarumwelt.rlp.de/Agrarumwelt/Agrarumweltprogramm-EULLa/Grundsaetze/GruenlandbewirtschaftungindenTalauenderSuedpfalz
o https://www.agrarumwelt.rlp.de/Agrarumwelt/Agrarumweltprogramm-EULLa/Grundsaetze/UmwandlungeinzelnerAckerflaecheninGruenland
o https://www.agrarumwelt.rlp.de/Agrarumwelt/Agrarumweltprogramm-EULLa/Grundsaetze/UmweltschonendeGruenlandbewirtschaftungimUnternehmenund
o Weitere Infos und Quellen:
o https://www.rheinische-kulturlandschaft.de/massnahmen/g1-extensive-wiesen/
o https://www.rheinische-kulturlandschaft.de/massnahmen/g6-naturvertraegliche-mahd/